Straßennamen und ihre Herkunft

Auf dieser Seite informiert die Verwaltung über die Herkunft der Namen zahlreicher Straßen, Wege und Plätze in Marl. Die genaue Lage jeder Straße ist im amtlichen Stadtplan ersichtlich.

In Marl gibt es ca. 700 benannte Straßen. Jeder Name kommt nur einmal vor. Dadurch ist jede Straße im Stadtgebiet eindeutig zuzuordnen. Die Eigenschaft einer öffentlichen Straße erhalten Straßen durch Widmung.

Die Benennung von Straßen erfolgt durch den Rat der Stadt Marl. Straßennamen sollten möglichst klar und einprägsam sein, gleichklingende und zu lange Namen sind zu vermeiden. Sinnvoll sind Straßennamen, die der Lage oder der Bedeutung der Straße gerecht werden oder die sich an bereits vorhandene Straßennamen in der Umgebung anlehnen (z.B. Musiker, Maler, Blumen usw.)

Nach Persönlichkeiten dürfen Straßen nur benannt werden, wenn diese bereits verstorben sind und ihr Geschichtsbild hinreichend abgeklärt ist.

Adolf Grimme (31.12.1889 – 27.8.1963)
Kulturpolitiker in der Weimarer Republik (SPD), Widerstandskämpfer, nach dem Krieg niedersächsischer Kultusminister und Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks. Namensgeber des Marler Medieninstituts und des seit 1964 vergebenen Fernsehpreises. Straßenbenennung im Oktober 1974 (weil das Grimme-Institut später als Nachfolger der Volkshochschule in das „insel“-Gebäude einzog).

Agnes Krabler (geb.23.12.1883)
Tochter des Geheimen Bergrates Emil Krabler (siehe Krablerstraße), Ehefrau von Bergassessor Paul Stein (siehe Steinstraße). 1913 Benennung der Straßen der neuen Kolonie südlich der Zeche Brassert auf Vorschlag von Paul Stein. Es war nicht unüblich, dass Bergwerksdirektoren Vornamen von Personen aus dem persönlichen Umfeld als Straßennamen anregten (siehe Margaretenplatz).

Erinnerung an den Hof Albers. Der damalige Besitzer des Hofes Theodor Albers war der Gemeindevorsteher der Sickingmühler Gemeinde.

Erinnerung an die ehemalige deutsche Stadt in der Masurenlandschaft (Ostpreußen), heute: Olsztyn, Polen 

Umbenennung eines Teilstücks der Brüderstraße. Um 1900 siedelten sich hier vier Brüder an.

Erinnerung an einen früheren Bauernkotten auf diesem Gelände. 

Straße auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Auguste Victoria (Steinkohlenbergwerk).

Benennung nach örtlicher Gegebenheit (Nähe zum Silvertbach).

Vormals "Gartenstraße" in Polsum. Umbenennung aufgrund der Gebietsreform 1975 in "Am Diekkamp", einer ehemaligen Flurbezeichnung.

Nach der Schachtanlage in unmittelbarer Nähe benannt.

"Gänsebrink" ist eine Flurbezeichnung, die bereits in der Urkarte von 1827 verzeichnet ist, für das Gebiet zwischen dem Marktplatz Hüls und dem Ovelheider Weg. "Brink“ wurde früher ein Dorfplatz in Gemeinbesitz genannt, der von allen Bewohnern genutzt werden konnte und wo das Vieh und die Gänse geweidet wurden. Die Straße gibt es seit den 50er Jahren, ihren Namen erhielt sie mit Beschluss des Haupt- und Finanzausschusses vom 26.01.1953.

Nach dem Gernegraben in unmittelbarer Nähe benannt. 

Umbenennung der "Heinrichstraße" in Marl-Frentrop in "Am Hofe".

Friedrich Jahn (11.8.1778 - 15.10.1852)
Pädagoge und Initiator der deutschen Turnbewegung, die in ihrer nationalistischen Ausrichtung die Jugend zum Kampf gegen die napoleonische Herrschaft ertüchtigen sollte. Straßenbenennung im Zuge der kommunalen Neuordnung 1975 (vorher: Friedhofstraße).

Im Zuge der kommunalen Neuordnung von 1975 wurde die "Dorstener Straße" wegen der örtlichen Gegebenheiten in "Am Kanal" umbenannt.

Umbenennung der ehemaligen "Feldstraße" in "Am Lütkenkamp" im Zuge der kommunalen Neuordnung von 1975.

Diese Bezeichnung ist aus der geschichtlichen Tatsache begründet, da sich auf der Straße in der Nähe Schäperschen Hauses zwecks Erhebung von Wegegeld ein Schlagbaum befand. 

Umbenennung der alten Hülsbergstraße von der Römerstraße bis zur neuen Hülsbergstraße in "Am Steinberg".

Im Zuge der kommunalen Neuordnung von 1975 wurde der "Mühlenwall" nach örtlicher Begebenheit in "Am Volkspark" umbenannt.

Benannt nach der nahegelegenen Schachtanlage 5 (Industriedenkmal) der Gewerkschaft Auguste Victoria, die bereits stillgelegt ist.

Benannt nach der dem Ammerland: Das Ammerland gehört größtenteils zur oldenburgisch-ostfriesischen Geest.

Benannt nach den Katasterbezeichnungen in der Nachbarschaft "Große Kuhle" und "Lehmkuhle"

An dieser Stelle war ein Weg ausgewiesen, über die die Bewohner der Sickingmühler Gemeinde ihr Vieh zur Tränke treiben konnten. Mit der Regulierung des Sickingmühlerbaches sind der alte Bachlauf und der Weg untergegangen.

Eine Familie Knicker soll hier einmal eine kleine „Hütte“ (eine Ziegelei) betrieben haben.

Prosper Ludwig von Arenberg (28.4.1785 - 27.2.1861)
Herzog von Arenberg, Fürst von Recklinghausen, Graf von der Mark, Fürst des Hl. Römischen Reiches. Sein Territorium umfasste auch die Grafschaft Recklinghausen; umfangreicher Grundbesitz in Marl. Namensgeber der 1856 gegründeten Arenbergschen Aktiengesellschaft für Bergbau- und Hüttenbetriebe. Straßenbenennung 4.2.1952.

Ernst Moritz Arndt (26.12.1769 - 29.1.1860)
Historiker und Dichter, Patriot („Was ist des Deutschen Vaterland?“) und Freiheitskämpfer gegen Napoleon, Mitarbeiter des Freiherrn vom Stein, Professor in Bonn, Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Straßenbenennung zwischen 1926 und 1930. Neben der Körnerstraße die einzige Straße mit Bezug zu den napoleonischen Kriegen (Blücher-, Jahn- und Lützow-Straße wurden wieder umbenannt).

Benannt nach dem Schweizer Maler, Zeichner, Graphiker und Bildhauer (16.10.1827-16.01.1901)

Benannt nach der schwedischen Schriftstellerin und Kinderbuchautorin (14.11.1907-28.01.2002)

Im Zuge der kommunalen Neuordnung von 1975 wurde der ehemalige "Mühlenweg" in "Auf Hövings Feld" umbenannt.

August Schmidt (8.5.1878 - 7.6.1965)
17 Jahre lang Bergmann in Dortmund, Gewerkschafter, 1946 Mitbegründer und bis 1953 erster Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBE), die bei seinem Ausscheiden 650.000 Mitglieder hatte. Straßenbenennung 19.5.1983.

Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg (22.10.1858 – 11.4.1921)
Gemahlin Wilhelms II. und letzte deutsche Kaiserin und Königin von Preußen. Stark sozial engagiert, unterstützte die Frauenbewegung, förderte den evangelischen Kirchenbau. In unmittelbarer Nähe der nach ihr benannten Zeche Auguste Victoria wurden ihr zwei Straßen gewidmet (siehe auch Victoriastraße). Straßenbenennung 1909.