Frühe Hilfe statt Schulabbruch

Der Schulbesuch ist keine Selbstverständlichkeit: Rund 60 Fach- und Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Netzwerkpartner haben sich am Dienstag beim zweiten Fachtag der Marler Schulsozialarbeit mit dem Thema Schulabsentismus auseinandergesetzt. Eingeladen hatte der Arbeitskreis der Marler Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter.

Passgenaue Hilfsangebote

Jugendamtsleiter Andreas Wesche eröffnete die Veranstaltung in der insel-VHS. „Wenn Kinder und Jugendliche der Schule fernbleiben, ist das oft ein deutliches Signal für Überforderung oder Belastung“, erklärte Andreas Wesche. „Das Team der Schulsozialarbeit ist dann eine zentrale Anlaufstelle. Die Kolleginnen und Kollegen hören zu, vermitteln und schaffen Verbindungen zu passgenauen Hilfsangeboten. Das ist eine frühe Hilfe, die oftmals Wirkung zeigt.“

Konkrete Handlungsmöglichkeiten

Im Mittelpunkt der Fachtagung stand der Vortrag von Dr. Claudia Schalla. Die ärztliche Leiterin der LWL-Klinik Marl beleuchtete die Ursachen und Dynamiken von Schulabsentismus. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in Workshops konkrete Handlungsmöglichkeiten. Die Schulungen wurden geleitet von Verena Brinkman, ebenfalls LWL-Klinik Marl, sowie von Nikolai Ammann und Thomas Schäfer von der Koordinierungsstelle Schulsozialarbeit in Herne.

Schulabsentismus ist selten isoliertes Problem

Deutlich wurde bei der Tagung: Schulabsentismus ist selten ein isoliertes Problem. Häufig liegen psychische Belastungen, familiäre Krisen, Armut, Ausgrenzungserfahrungen oder schulische Überforderung zugrunde. „Die Schulsozialarbeit nimmt dabei eine wichtige Rolle ein, indem sie junge Menschen begleitet, Familien einbindet und Netzwerke innerhalb und außerhalb der Schule aktiviert“, so Andreas Wesche.

Neben fachlichem Input bot die Fachtagung auch Raum für Austausch und neue Kontakte. Ein nächster Termin steht bereits im Raum: Auch im kommenden Herbst soll der Fachtag der Marler Schulsozialarbeit fortgesetzt werden.

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Die Fachtagung in Marl rückte das Thema Schulabsentismus in den Fokus. Foto: Stadt Marl