Gedenken & Erinnern

Stolpersteine in Marl

1936 wurde der Marler Bibelforscher August Wysa in seiner Wohnung in Marl-Brassert festgenommen. Es folgte die Deportation ins KZ Buchenwald und weitere Konzentrationslager. Er ist nie nach Hause zurückgekehrt. Heute erinnert ein Stolperstein an seinen letzten frei gewählten Wohnort in der Mittelstr. 3a. Es ist einer von insgesamt sieben Stolpersteinen des Künstlers Gunter Demnig in Marl. Betreut werden sie von sechs Schulen und Vereinen im Rahmen von Stolperstein-Patenschaften.


Übersicht: Stolpersteine in Marl

Volkstrauertag

Mit Kranzniederlegungen und Gedenkfeiern erinnert der Volkstrauertag in Marl an die Gefallenen aller Kriege und Opfer von Gewaltherrschaften aller Nationen. In den Stadtteilen laden Schützenvereine und andere Gruppen zur Kranzniederlegung ein. Bürgermeister Werner Arndt legt seinen Kranz am Bonhoeffer Denkmal (Creiler Platz) bei einer zentralen Gedenkfeier nieder, die von Vertretern des Katholischen Dekanats Marl und der Evangelischen Stadtkirchengemeinde Marl (esm) sowie Marler Schulen, Jugendeinrichtungen und anderen Gruppen im Wechsel mitgestaltet wird.

Mitgliedschaft im Deutschen Riga-Komitee

Marl ist Mitglied im Deutschen Riga-Komitee, das an das grausame Schicksal von mehr als 25.000 Menschen jüdischen Glaubens erinnert, die in der NS-Zeit nach Riga deportiert und überwiegend im Wald von Bikernieki ermordeten wurden. Von November 1941 bis Dezember 1942 war Riga das Ziel zahlreicher Deportationszüge. Ebenso erinnert das Riga-Komitee des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge an mehr als 26.000 lettische Juden des Rigaer Gettos. Der Großteil von ihnen wurde vor der Ankuft der Deportationszüge aus dem Deutschen Reich in Rumbula ermordet.

Seit dem 27. Januar 2010 gehört Marl dem internationalen Städtebündnis an, das seit 2000 besteht. Heute zählt es knapp 60 Mitglieder. Im Oktober 2014 haben Bürgermeister Werner Arndt und Marler Schülerinnen und Schüler die Stadt Riga, das ehemalige Getto und die Gedenkstätten des Komitees u. a. im Wald von Bikernieki besucht. Sie waren unterwegs auf den Spuren der Marler Familie Abrahamson, von denen einge Familienmitglieder über Recklinghausen und Gelsenkirchen nach Riga deportiert worden waren. Sie hatten Riga am 27. Januar 1942 mit dem Transport aus Dortmund erreicht. 

Zum Weiterlesen
Jugendliche auf "emotional bewegender Spurensuche" in Riga
Holocaust-Überlebender Rolf Abrahamsohn berichtet Jugendlichen

Auschwitz-Gedenktag

Jährlich am 27. Januar gedenkt die Stadt Marl den Opfern des Nationalsozialismus mit einem ökumenischen Gottesdienst und einer anschließenden Gedenkfeier im Marler Rathaus. Kooperationspartner sind die CIAG, wechselnde Schulen, Vereine und Jugendzentren sowie der Integrationsrat der Stadt Marl. Im Vorfed des Gedenktages trifft sich ein Arbeitskreis zur Vorbereitung der Veranstaltung. Interessierte, die den Auschwitz-Gedenktag mitgestalten möchten, sind herzlich willkommen und können sich bei der unten aufgeführten Kontaktperson melden.

 

Zum Weiterlesen
Auschwitz-Gedenktag 2019: "Für heute - Kunst aus dem Grauen"
Auschwitz-Gedenktag 2018: "Wege der Erinnerung"
Auschwitz-Gedenktag 2017: "Handlanger. Im staatlichen Auftrag"
Auschwitz-Gedenktag 2016: "Mit dem Kopf und mit dem Herzen stolpern"
Auschwitz-Gedenktag 2015: "Nachbarn von nebenan - Spuren in Riga"
 

Gedenkstättenfahrten mit Marler Jugendlichen

Seit Herbst 2014 hat die Stadt Marl zwei außerschulische Gedenkstättenfahrten mit jungen Menschen aus Marl durchgeführt. Im Oktober 2014 waren Schülerinnen und Schüler des Hans-Böckler-Berufskollegs und der Willy-Brandt-Gesamtschule gemeinsam mit Bürgermeister Werner Arndt und zwei Begleitpersonen in der lettischen Hauptstadt Riga. Jeweils im September 2016 und 2017 fuhren je sieben Jugendliche aus Marl in die französische Stadt Verdun, die im Ersten Weltkrieg zum Inbegriff der Grausamkeit und Sinnlosigkeit des Stellungskrieges wurde.

Zum Weiterlesen
Gedenkstättenfahrt 2017: Verdun - "Eine Mahnung für die Zukunft"
Gedenkstättenfahrt 2016: Verdun - 100 Jahre nach dem Ersten Weltkrieg
Gedenkstättenfahrt 2014: Auf den Spuren von Rolf Abrahamson in Riga


Kontakt


Frau Radscheid

Amt für Kultur und Weiterbildung Volkshochschule Fachbereichsleitung, Städtepartnerschaften und Gedenkveranstaltung
vhs@­marl.de 02365 503566-50Adresse
VHS
Raum: V 04
Wiesenstraße 22
45770 Marl