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Marl von A-Z

Lupe

Station 6: AV 3/7

Für die Schachtanlage Auguste Victoria 3 wurden 1923 Untersuchungsbohrungen niedergebracht, die erste Kohle wurde hier aber erst 1937 gefördert. Die Abteufung des Schachtes 3 wurde zunächst durch die Ruhrbesetzung verzögert und 1927 eingestellt, nachdem am 24. Juli der Schacht kurz vor Inbetriebnahme eingestürzt war und das Abteufgerüst - wie vom Erdboden verschluckt - in einem riesigen Einsturztrichter verschwand. Fünf Bergleute fanden dabei den Tod. Erst 1934 wurde mit dem erneuten Abteufen des Schachtes begonnen, die Schachtanlage AV 3 schließlich am 1.9.1937 in Betrieb genommen. 20 Jahre später begannen die Abteufanlagen für den zweiten Schacht der Doppelschachtanlage. Schacht 7 ging 1960 als Förder- und Wetter-schacht in Betrieb.

Station 7: Die Christ-König-Kirche

Die Initiative zur Errichtung der Christ-König-Kirche ging von den Sickingmühler Bürgern aus. Sie wollten für den Besuch des Gottesdienstes nicht länger den unbefestigten Sandweg zur vier Kilometer entfernten Kirche in Hamm zurücklegen und gründeten 1909 den "Kirchenbauverein Sickingmühle". 1919 wurde das Vorhaben vom Bistum Münster zunächst zurückgestellt, weil die industrielle Entwicklung noch nicht zu übersehen war. Als dann in den 20er Jahre Schacht 3 abgeteuft wurde und in der "Marler Heide" eine neue Kirche gebaut werden sollte, krempelten die Sickingmühler die Ärmel hoch. Der Architekt Genius aus Marl entwarf einen Bauplan ("offiziell" für ein Jugendheim) und 1926 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Zum Bau heißt es in einer Chronik: "Auguste Victoria lieferte billige Steine. Die Sickingmühler Bauern fuhren sie kostenlos. Die ganze Bevölkerung arbeitete mit beim Bau.

Sogar die Schulkinder halfen Steine tragen". Weihnachten 1926 schließlich segnete Pfarrer Depenbrock aus Hamm die Kirche ein. Den Gottesdienst hielten entweder der Pfarrer von Hamm oder ein fremder Pfarrer, der jedes Mal vom Bahnhof Haltern abgeholt werden musste. Um einen eigenen Pfarrer zu erhalten, nutzen die Sickingmühler einen Besuch des Weihbischofs. Als dieser per Auto zur Firmung anreiste, bestachen die Sickingmühler den Chauffeur. Er täuschte eine Panne vor, und die Bevölkerung holte den Weihbischof mit Kutschen, Reitern und Radfahrern ab. Die Mühen der Anreise überzeugten schließlich den Weihbischof. Im August 1927 ernannte der Bischof Kaplan Heele zum Kaplan der Christ-König-Kirche in Sickingmühle, Pfarre Hamm-Bossendorf.

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