
27.Juli 2012


Spiel, Spaß, Spannung oder einfach nur Natur pur: Die Römer-Lippe-Route hat viel zu bieten. Kaum ein anderer Fluss führt durch eine derart kontrastreiche Landschaft wie die Lippe. Auch von Marl aus können unterschiedliche Ziele auf der Route angesteuert werden.
Über die Ruhrtourismus GmbH stellt die Stadt in der kommenden Woche nützliche Tipps zu erlebnisreichen Ausflügen vor.
Die Entwicklung der neuen Römer-Lippe-Route zu einer Qualitäts-Radroute mit überregionaler touristischer Bedeutung schreitet zügig voran. Auf der Homepage www.roemerlipperoute.de mit Internet-Blog finden Interessierte neben aktuellen Informationen und neuen Entwicklungen auch interessante Reportagen. Um jüngere Menschen zu erreichen, ist die Römer-Lippe-Route neuerdings auch über Facebook (www.facebook.com/roemerlipperoute) erreichbar. Seit Mitte März präsentiert sich in jeder Kalenderwoche eine Projektpartnerstadt. Die Stadt Marl belegt die 31. Kalenderwoche und präsentiert sich am Dienstag (31.7.) mit einer touristischen Beschreibung und am Donnerstag (2.8.) mit einem Tagestipp. Neben dem Landschaftskunstwerk „Wasserstände" von Herman Prigann werden die Gaststätte „Zur Müllerin" und der Freizeittreff Vogel beworben.
Zum Hintergrund
In Marl erwartet Besucher und Gäste eine lebendige Stadt mit einem breit gefächerten Kultur- und Freizeitangebot und attraktiven Veranstaltungen, die einen Besuch wert sind. Doch wie trägt man das positive Bild in die Region und darüber hinaus? Diese Frage stellte sich Katharina Niehaus vom städtischen Marketing zu Beginn ihrer touristischen Aktivitäten - insbesondere vor dem Hintergrund leerer Kassen.
Projektarbeitskreis Tourismus
Als sich 2005 in Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft die Kreisverwaltung bei ihr meldete, um die Aktivitäten der kreisangehörigen Städte zu vernetzen, ergriff die städtische Angestellte Gelegenheit zum Einstieg. „Seit 2006 ist die Stadt Marl unter anderem aktives Mitglied im Projektarbeitskreis Tourismus", erzählt Katharina Niehaus. Koordiniert durch die Wirtschaftsförderung des Kreises haben sich die Tourismus-Verantwortlichen der einzelnen Stadtverwaltungen zusammengeschlossen und arbeiten seither als „Vestischer Kreis" gemeinsam an einer Vermarktung der Segmente Freizeitwirtschaft und Städtetourismus. „Potentiale, Kräfte und Finanzen bündeln - die anfänglichen Ideen des Arbeitskreises haben sich mittlerweile positiv bewährt", erklärt Niehaus. „Es gibt neben einem Freizeitkatalog unter anderem zwei Reisebroschüren und etliche Pauschalangebote, die auf lokalen und regionalen Messen und Großveranstaltungen überreicht werden, um Touristen und Kurzurlauber im persönlichen Gespräch neugierig werden zu lassen und in den Vestischen Kreis zu holen".
Geheimtipp "Bikertreff Vogel"
Die überregionale Vermarktung übernehmen wiederum Netzwerkpartner und Dachverbände. Von der Vernetzung und breiten Vermarktung können auch örtliche Akteure profitieren. Wie zum Beispiel der Freizeittreff „Mutter Vogel". Der Bikertreff ist zwar bei Zweiradfans längst kein Geheimtipp mehr, weil er seit Jahrzehnten durch Stammgäste besucht und über Mundpropaganda beworben wird. Mittlerweile haben Rudolf „Rudi" Vogel und seine Frau den ehemaligen „Bikertreff" aber zu einem Ausflugsziel für alle Altersgruppen ausgebaut, unter anderem den gemütlichen Biergarten, den Kinderspielplatz und die Gastronomie erweitert. Das pfiffige Betreiber-Ehepaar nutzt die Netzwerkarbeit des Projektarbeitskreises, um eigene Ideen mit Hilfe von Partnern umzusetzen. So orientiert sich der Freizeittreff Vogel am neuen Trend des Radfahrens und verfügt nun über eine professionelle Ladestation für E-Bikes. Insgesamt acht Bikes können zeitgleich mit Strom versorgt werden.
Ladestation für E-Bikes
Am Mittwoch (25.7.) begutachteten Marion Bugdoll, Koordinatorin für Radverkehr und Sport beim Kreis Recklinghausen, und Katharina Niehaus die E-Bike-Ladestation und beglückwünschten die Eheleute Vogel für diese tolle Idee. „Sowohl die Stadt Marl als auch der Kreis Recklinghausen werden den Freizeittreff unterstützen und im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für den Vestischen Kreis touristisch vermarkten", so Niehaus. Aber die Stadt Marl sei nicht nur Mitglied des Projektarbeitskreises Tourismus auf Kreisebene. „Die Netzwerke haben sich weiterentwickelt und damit auch die Möglichkeiten, die vorhandene Infrastruktur in überregionale Projekte einzubinden", verdeutlicht Niehaus. „So verläuft zum Beispiel eine thematische Wasser-Schleife der Römer-Lippe-Route durch das Stadtgebiet. Von hier aus gelangen Radler, die die Routenschleife befahren, unter anderem zum Landschaftskunstwerk "Wasserstände", das zwischen Lippe-Auen und dem Wesel-Datteln-Kanal liegt".
Aufmerksamkeit erzielen
Darüber hinaus soll eine „Roll-Up-Kampagne" in den beteiligten Städten dazu beitragen, möglichst viel Aufmerksamkeit zu erzielen, damit nach Eröffnung alle beteiligten Akteure und mögliche Leistungsträger in den Städten einen Synergieeffekt vermerken können - seien es nun steigende Besucher- oder auch Umsatzzahlen. Katharina Niehaus ist sich sicher: „Wird die Route gut frequentiert, bieten sich für alle teilnehmenden Städte weitere Möglichkeiten für infrakstrukturelle Veränderungen sowie eine positive Öffentlichkeitsarbeit". Örtliche Akteure hingegen können Chancen und Möglichkeiten ergreifen, „um eigene Ideen umzusetzen oder Synergieeffekte zu nutzen".