
27.September 2012
Vom Müllstandplatz auf die Bühne - diese rasante Karriere macht zurzeit ein ausrangierter „Müllgroßbehälter" des Zentralen Betriebshofs der Stadt Marl (ZBH) beim Musiktheater im Revier.
„Wir erhielten eine Anfrage vom Musiktheater, ob wir noch einen Müllcontainer aus Metall hätten" erinnert sich Peter Hofmann, Abfallberater und Öffentlichkeitsarbeiter im Service-Betrieb der Stadt Marl. „Man brauche ihn für eine Theateraufführung". Der Hintergrund dieser ungewöhnlichen Anfrage: Zurzeit wird im Musiktheater im Revier (MiR) in Gelsenkirchen das Stück „Straßen-Szene" aufgeführt. Die Handlung spielt in einem heruntergekommenen Teil von Manhattan. Es geht um die komplizierten Beziehungen der Menschen in diesem Stadtteil, um Tratsch, Liebe - und einen Mord aus Leidenschaft! Mitten drin ist eine Frau, deren Wohnsitz ein Müllcontainer ist. Und genau der fehlte noch in der Requisite!
Hingucker auf der Bühne
Groß war die Erleichterung im Theater, als Peter Hofmann noch einen ausrangierten Behälter mit einem Fassungsvermögen von 1 100 Litern auf dem Hof fand. „Das war ein Glücksgriff", sagt Gil Mehmert, Regisseur der Produktion. „Der Müllcontainer passt in das Bühnenbild, hat Patina und ist ein echter Hingucker." „Unser Betrieb freut sich sehr über die gelun-gene Kooperation von Müll und Kultur", schmunzelt Michael Lauche, Allgemeiner Betriebsleiter des ZBH, und wünscht dem Stück viele ausverkaufte Vorstellungen.
„Straßen-Szene" ist eine Kooperation des MiR mit der Bayerischen Theaterakademie August Everding im Prinzregententheater und der Hochschule für Musik und Theater München. Mehr zur Aufführung unter www.musiktheater-im-revier.de