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das ist eine bildbeschreibung

Marl von A-Z

Lupe

Der Marler Stern: Von der Planung bis zur Eröffnung

Von Monika Buddych, Arbeitsruppe "In Stadtgeschichte denken" der insel-VHS Marl

Idee

Marl hatte viele kleine Gemeinden, z. B: Hüls, Polsum, Drewer, Brassert,Hamm-Bossendorf, Sinsen, Altendorf-Ulfkotte, aber keinen Stadtmittelpunkt.Es sollte ein künstliches Stadtzentrum entstehen - eine einprägsame Mitte, eine Unverwechselbarkeit, eine Identifikation der Bürger mit Ihrer Stadt.

Planung

Zunächst gab es viele Vorschläge, wie so ein Stadtzentrum auszusehen habe. Man wollte Mietwohnungen, Einfamilienhäuser, Schule, Kirche und Kindergarten errichten und mit einer Fußgängerbrücke verbinden - den Osten mit dem Westen in einer Mitte zusammenführen. Aber auch Geschäfte sollten neu entstehen, da es zu dieser Zeit eine Zersplitterung gab. Man dachte auch an eine Mitte, in der man die Möglichkeit hatte, sich weiter zu bilden sowie öffentliche Einrichtungen zu nutzen und gleichzeitig Einkäufe zu tätigen. Es sollte auf jeden Fall zentral sein. Nur dann musste man auch an eine veränderte Verkehrsführung denken. Außerdem kam 1966 die Möglichkeit auf, wie in den USA ein "Shoppingcenter" zu planen, ohne starre Öffnungszeiten.Die Stadt Marl entschloss sich einen Wettbewerb auszuschreiben für die Planung des "Stadtkerns"

Wettbewerb

Am 2.8.1960 legten die Architekten Alfred Sölscher und Hanns Rüttgers einen Vertrag zum Bebauungsplan vor (u.a. 60000 qm auf der grünen Wiese). Nach 13 Sitzungen des Rates gab man diesen Architekten einen Vorvertrag. Das Bauamt reagierte jedoch sehr spät und entzog diesen Architekten wieder die Planung, weil sie als unrealistisch galt. Für die Kaufkraft der Stadt Marl reichten 20.000 qm völlig aus. In Juni 1964 lag der preisgekrönte Wettbewerbsentwurf der Architekten Riedel und Ludmann vor. Auch ihnen wurde eine Erlaubnis zum Planen gegeben, so dass es zum Streit zwischen den Parteien kam (insgesamt 14 Monate lang). Erst ein Vergleich des OLG Hamm brachte dann die Entscheidung zu Gunsten der Architekten Riedel und Ludmann, die am 02.03.1968 mit der endgültigen Planung beginnen konnten.

Verwirklichung

Marler Stern
Architekten: Riedel und Ludmann
Bauträger: City Bau KG Leverkusen
Völlige Trennung von Fußgänger - und Autoverkehr.
30000 qm Verkaufsfläche, 2 Kaufhäuser plus 30 - 40 Einzelhandelsgeschäfte,

Ergänzungen: Karstadt, Insel, Riegelhaus, Parkhaus, Hochhäuser wie "Goliath" und "Laubfrosch", Novotel, Citysee.
Bahnanbindung, veränderte Verkehrsführung.
Erster Spatenstich: Sept. 1971
Grundsteinlegung: 25.04.1972

Es entsteht ein zweigeschossiger Bau - genannt "Stern" - mit einem Luftkissendach. Die Ladenpassage ist 25 Meter breit und 180 Meter lang. Sie wird überdacht von einem "Luftkissendach": pneumatische Dachkonstruktion mit drei Luftkissen, je 60 x 30 Meter groß, lichtdurchlässige, 0,7 mm starke Membranen aus PVC-beschichtetem Chemiefasergewerbe sind an Stahlrahmenkonstruktionen befestigt. Neben den Kissen angeordnete Gebläse erzeugen den erforderlichen Innendruck. Eis und Schnee sind kein Problem, da stündlich max. 28000 Kubikmeter Luft erwärmt werden können. Somit hatte Marl die größte Traglufthalle der Welt und kam damit 1984 in das GUINESS BUCH DER REKORDE. Die Gesamtkosten beliefen sich auf ca. 100 Mill. DM
Neues zur Verkehrsplanung
Die Rappaportstraße wird ausgebaut und führt direkt zum Marler Stern, man kann direkt in das Parkhaus fahren. Am 20.10.74 wird der Bahnhof "Marl-Mitte" feierlich eröffnet.

Eröffnung und Einweihung des Marler Stern

Als erstes Kaufhaus zieht bereits 1973 KARSTADT in den Marler Stern ein. Am 24.10.1974 ist dann die feierliche Eröffnung des Marler Sterns: Spielmannszüge aus den Stadteilen Brassert und Hamm ziehen in einem Sternmarsch zum "Stern". Viele Attraktionen warten auf die interessierten Bürger. Verschiedenste Geschäfte sind im "Stern" eingezogen: z.B: Photo Porst, Volksbank Marl, ein Nähstudio, die Sternbuchhandlung, MAN Herrenbekleidung, Busse Schuhe, ein Fachgeschäft für Ehehygiene, ein Buch- und Filmshop und natürlich die beiden großen Kaufhäuser Plaza und Karstadt.

Dazu einige Zitate aus der "Recklinghäuser Zeitung", die anlässlich der Einweihung des Marler Sterns eine Sonderbeilage herausbrachte:
"Wieder einmal blickt alle Welt nach Marl. Waren die bisherigen Anziehungspunkte Rathaus, Hügelhäuser, Rundturnhalle, so ist es jetzt der Marler Stern, gebaut für die Zukunft, für die Kinder, die heute in allernächster Nähe spielen und morgen die Verantwortlichen in Marl sind. Marl hat Mut zu verwegener und ausgefallener Architektur. Marl hat einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung gesetzt. Marl ist und bleibt auch künftig eine Stadt mit Hang zu Höherem.

Quellenangaben:

Marler Zeitung
Recklinghäuser Zeitung
Marler Jahrbuch
Ratsprotokolle der Stadt Marl
Gerichtsakten existieren nicht mehr. Die Befragung der Zeitzeugen ist schleppend.

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