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„Urban Lights Ruhr“ richtet Fokus auf Stadtmitte

09.Oktober 2017

Martin Pfeifles Werke entstehen meist in Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung und entwickeln sich häufig zu dynamischen und raumgreifenden Setzungen, bei denen der Künstler sich den vorgefundenen Raum zu eigen macht. Foto: © Martin Pfeifle / Urbane Künste Ruhr 2016

Mischa Kuball platziert seine Kunst an der Schnittstelle zwischen Licht und urbanem Raum. Er nutzt das Medium Licht, um Orte sowohl im eigentlichen als auch übertragenen Sinne zu reflektieren. © Mischa Kuball / Urbane Künste Ruhr 2016

Im Festivalzentrum in der ehemaligen Hauptschule an der Kampstraße zeigt der österreichische Künstler Nikolaus Gansterer eine Dreikanal-Videoinstallation. Foto: © Nikolaus Gansterer / Urbane Künste Ruhr 2016

Isa Melsheimer - Wasserballett für Marl: Wasserballerinas und –ballerinos erobern das große Wasserbecken vor dem Marler Rathaus, schweben durch die Luft und nehmen den öffentlichen Raum auf dem Creiler Platz ein. Foto: © Torsten Janfeld / Urbane Künste Ruhr 2016

Eine gewöhnliche Straßenlaterne mitten auf dem Hinterhof der ehemaligen Hauptschule – sie wirkt auf den ersten Blick unscheinbar und gleichsam seltsam deplatziert. Ihrer primären Funktion beraubt, produziert sie anstelle von Licht Popcorn. Foto: © Michael Sailstorfer / Urbane Künste Ruhr 2016

Urbane Künste Ruhr und das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl laden ab Donnerstag (12.10.) zur vierten Edition des Lichtkunstprojekts „Urban Lights Ruhr“ nach Marl ein.

Städtebauliche und soziale Utopien

Für zwei Wochen werden Licht- und Medienkunstwerke acht regionaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler in der Stadtmitte zu sehen sein. Nachdem die „Urban Lights Ruhr“ in den vergangenen Jahren in Bergkamen, Hamm und Hagen stattfanden, verwandelt der Lichtparcours in diesem Jahr das Marler Stadtzentrum vom 12. bis 29. Oktober zu einem Experimentierfeld für Licht- und Medienkunst. „Urban Lights Ruhr. Licht – Stadt – Utopie“ wird am Donnerstag, 12. Oktober 2017, von Marls Bürgermeister Werner Arndt um 17 Uhr im Rathaus (Sitzungssaal 1) eröffnet. Auf Einladung von Urbane Künste Ruhr und des Skulpturenmuseums Glaskasten Marl entwickelten die Künstler jeweils neue Arbeiten, um das Verhältnis von Stadt und Kunst zu beleuchten. Im Rampenlicht stehen dabei die städtebaulichen und sozialen Utopien der 1960er-Jahre und ihre Entwicklung bis in die Gegenwart.

„Utopie künstlerisch in die Zukunft denken“

„Eine Utopie ist wahrscheinlich nirgends so stark zu erleben wie in Marl“, sagt Katja Aßmann, künstlerische Leiterin Urbane Künste Ruhr. „Eine komplette Innenstadt – aus einer Hand, einer Vision und Designhaltung entstanden – findet man sonst nicht“, so die Kuratorin der diesjährigen „Urban Lights Ruhr“. Aßmann: „Ich freue mich sehr, dass das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl und die Stadt Marl sich gemeinsam mit Urbane Künste Ruhr auf das Experiment einlassen, diese gebaute Utopie künstlerisch in die Zukunft zu denken.“

„Wertvolle künstlerische Impulse“

Das aus einzelnen Gemeinden zu einer Stadt vereinte Marl bekam erst in den 1960er Jahren ein eigenes Stadtzentrum. Sinnbild für die neue Innenstadt wurde der Rathauskomplex von Hendrik van den Broek und Jacob Bakema. Mit seiner visionär-utopischen Architektur im Stil der Ruhrmoderne erinnert Marl heute an den Zukunftsglauben und das optimistische Lebensgefühl von einst. Doch erfüllt die Marler Innenstadt heute alle Funktionen, die von ihr erwartet werden? Bürgerschaftliche, private und städtische Initiativen, insbesondere das Handlungskonzept Stadtmitte, wollen vorhandene Strukturen optimieren, Marls Mitte städtebaulich aufwerten und die Aufenthaltsqualität erhöhen. „Unsere Stadt befindet sich im Aufbruch und erlebt eine große Dynamik“, erklärt Andrea Baudek, technische Dezernentin der Stadt Marl. „Die Ausstellung ‚Urban Lights Ruhr‘ gibt wertvolle künstlerische Impulse, mutig über Neuorientierungen und städtebauliche Entwicklungen nachzudenken.“

Flanieren, entdecken und aktiv mitgestalten

„Urban Lights Ruhr“ richtet den Fokus auf die Vergangenheit und die aktuellen Veränderungsprozesse des Marler Stadtzentrums. Durch das Medium Licht lenken Kristina Buch, Nikolaus Gansterer, Mischa Kuball, Isa Melsheimer, Martin Pfeifle, Michael Sailstorfer, Sans Façon und Hannah Weinberger Aufmerksamkeit auf altbekannte, abgelegene und vergessene Orte. Ihre Arbeiten eröffnen neue Perspektiven auf die bestehenden architektonischen Strukturen des Marler Zentrums und ihrer Bedeutung für die sozial-gesellschaftliche Zukunft. Die künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum liefern Ideen zur Neuinterpretation der denkmalgeschützten, sogenannten brutalistischen Architektur. Ausgangspunkt für die künstlerische Auseinandersetzung sind Themen wie die Verbindung der städtischen Mitte zur umgebenden Stadt, die neue Erschließung des zum Skulpturenpark umfunktionierten alten Friedhofs Brassert oder die Wiederbelebung des Creiler Platzes. „Urban Lights Ruhr“ ist ein Lichtparcours, der zum Flanieren, Entdecken und zum aktiven Mitgestalten einer vielschichtigen Stadt einlädt.

„Kunstwerke können Ideen beisteuern“

„Nur zehn Tage nach dem Ende der Kooperation mit den SkulpturProjekten Münster kommt schon das nächste Highlight für das Skulpturenmuseum Glaskasten Marl“, sagt Georg Elben, Direktor des Skulpturenmuseums Glaskasten Marl. Der Kurator freue sich, dass für die Ausstellung ‚Urban Lights Ruhr‘ acht international arbeitende Künstler eingeladen werden konnten, „neue Werke mit dem weitgefassten künstlerischen Fokus auf das Medium Licht für die Marler Stadtmitte zu entwickeln“. Elben weiter: „Diese Kunstwerke können vielleicht sogar Ideen beisteuern und Impulse geben für die zukünftigen Planungen in Marls Mitte. Zugleich wird im Skulpturenmuseum eine sehr sehenswerte Ausstellung mit 25 Werken aus der eigenen Sammlung ebenfalls zum Thema Lichtkunst mit Künstlern wie Dan Flavin, Ingo Günther oder Otto Piene gezeigt.“

Gelbe Motte verbindet Kunstorte

Studierende der Fachhochschule Dortmund haben ein gut sichtbares Leitsystem entwickelt, um die Orientierung durch den Lichtparcours zu erleichtern. Eine kleine gelbe Motte verbindet die verschiedenen Kunstorte über gelbe Markierungen miteinander. Die Ausstellung lässt sich dadurch sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad bequem erkunden. Darüber hinaus werden ausgewählte Kunstwerke während der Öffnungszeiten durch Kunstvermittler betreut, die Besucher mit fachkundigen Informationen zur Seite stehen.

Drei thematische Schwerpunkte

Der Lichtparcours wird außerdem von einem vielseitigen Veranstaltungsprogramm begleitet. Die drei Wochenenden während der Ausstellungslaufzeit stehen unter den thematischen Schwerpunkten „Licht & Kunst“, „Kunst & öffentlicher Raum“ sowie „Kunst & Stadtplanung“. Im Rahmen von Lectures, Diskussionsrunden, Filmvorführungen und Künstlergesprächen sind Besucher eingeladen, gemeinsam die künstlerischen Arbeiten und ihre Kontexte zu reflektieren und zu diskutieren.

„Urban Lights Ruhr“…

…ist ein Projekt von Urbane Künste Ruhr und dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl in Kooperation mit der FH Dortmund, Fachbereich Szenografie. Projektpartner ist die Stadt Marl.

Weiterführende Informationen unter: www.urbanekuensteruhr.de.

 

„Urban Lights Ruhr. LICHT – STADT – UTOPIE“

Laufzeit: 12. – 29. Oktober 2017
Öffnungszeiten: Di. - So., 16:00–22:00 Uhr, Eintritt frei
Ausstellungsort: Verschiedene Orte im Marler Stadtraum und Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, Festivalzentrum (Kampstraße 8b, 45768 Marl)

Kuratoren: Katja Aßmann (Künstlerische Leiterin Urbane Künste Ruhr), Melanie Bono (freie Kuratorin), Georg Elben (Direktor Skulpturenmuseum Glaskasten Marl)

Künstler/innen: Kristina Buch, Nikolaus Gansterer, Mischa Kuball, Isa Melsheimer, Martin Pfeifle, Michael Sailstorfer, Sans façon, Hannah Weinberger



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