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Stadt Marl - Marl nach Themen

Marl von A-Z

Lupe

Skulptur: El Greco

Der Schweizer Künstler Paul Suter, einer der wichtigsten internationalen Stahlbildhauer des 20. Jahrhunderts, hat dem Skulpturenmuseum Glaskasten Marl seine große Außenskulptur "El Greco" von 1993/94 überlassen. Die Skulptur ist im Skulpturenpark des Museums unmittelbar am Rathaussee zu sehen.

Der "raumplastische Ausdruck" steht im Vordergrund

Seit 1951 arbeitet der Künstler, der in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag feiert, in Basel und Soubay im Jura. Seit Anfang 1960 ist das Werkmaterial Suters in der Hauptsache der oxydierende Stahl, den er zu kubisch-konstruktiven Plastiken zusammenfügt. Für ihn ist die Veränderung der Oberflächenfarbigkeit durch die einwirkende Witterung ebenso wichtig wie die vielen Möglichkeiten zur Bearbeitung des Baustahls. Der Künstler zerlegt die genormten Stahlplatten in einzelne geometrische Formteile, die er dann in einem freien Findungsakt - vorbereitet an einem kleinen, aus Blech bestehenden Modell - zu einem Ganzen zusammenlötet: "Wichtiger als die technische und formale Machart ist der raumplastische Ausdruck," äußert sich Paul Suter zu seiner Arbeit und fährt fort: "Ich versuche die gewählten Formteile so einzusetzen und zusammenzufügen, dass nicht so sehr die materielle Präsenz bekundet wird als vielmehr Bewegungen im Raum, Kräfte im Raum veranschaulicht werden."

Spannungsverhältnis zwischen Form und Material

Die Plastik "El Greco" ist ein gutes Beispiel für diese künstlerische Absicht Suters. Schlank wächst der plastische Körper aus geometrisch zugeschnittenen schmalen und breiteren Einzelformen nach oben in den Raum. Die unterschiedlichen Teile - Dreiecke, Rechtecke, gebogene Kreisformen etc. - ergeben schließlich eine Gesamtform, die sich assoziativ im Auge des Betrachters zu einer hoch aufgerichteten, überlängten menschlichen Figur fügt - durchaus im weitesten Sinne an die vergeistigten und überlängten manierierten Heiligen der Gemälde El Grecos erinnernd. Da die zusammengeschweißten Einzelformen transparente, luftige Zwischenräume frei lassen, wirkt die Plastik leicht und nach oben strebend, ganz dem an sich schweren Material des Eisens widersprechend.

Wichtige Ergänzung der Skulpturensammlung

In Marl ist Paul Suter kein Unbekannter: 1972 nahm er hier als Schweizer Bildhauer an der zweiten großen Ausstellung "Stadt und Skulptur" teil und war 1986 mit zwei Plastiken an der wichtigen Ausstellung "Nur Rost...? Das Problem des oxydierenden Stahls in der Kunst" im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl beteiligt. Die Dauerleihgabe des Künstlers ist daher für das Skulpturenmuseum Glaskasten eine willkommene und wichtige Ergänzung.