

Herman Prigann, 1942 geboren, gestaltet Landschaft, indem er für sie bedeutungsvolle Elemente zu Kunstwerken transformiert. Er spricht dabei von metamorphen Objekten und sich selbst wandelnden skulpturalen Orten.
Idee Terra Nova
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht seit 1990 die Idee von Terra Nova. Von der Industrie, vor allem vom Bergbau geschädigte Landschaft soll Neuland werden. Über die ingenieurtechnische Renaturierung hinaus soll die Landschaft eine aus den Schädigungen herauswachsende neue Gestalt erhalten - mit Landmarken als Hoffnungszeichen, die den dort lebenden Menschen bei einer neuen Begründung ihrer Identität helfen. So zu sehen auf der Zeche Rhein-Elbe in Gelsenkirchen.
Ein weiteres Beispiel für die Arbeit des Künstlers ist der "Ring der Erinnerung", ein Memorial für die zeitweise Teilung Deutschlands. Prigann errichtete ihn 1993 mitten im Wald auf der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze bei Sorge im Harz. Er arbeitete dabei zusammen mit Prof. Dr. Dieter Rontze, dem damaligen Leiter des Sprengel-Museums Hannover.
Verwandlung in grüne Hecke
Bei dem Landschaftskunstwerk handelt es sich um einen kreisförmigen Wall von 70 m Durchmesser aus kunstvoll aufgeschichteten Baumstämmen, die bei forstgerechter Auslichtung des umliegenden Waldes gewonnen wurden. Der Wall wird im Laufe der Zeit in sich zusammenfallen, und pflanzlicher Anwuchs ihn überwuchern, so dass er sich nach und nach in eine grüne Hecke verwandelt als Zeichen, wie die Erinnerung lebendig bleibt.
Der in Recklinghausen geborene Landschaftskünstler Hermann Prigann ist im Dezember 2008 im Alter von 66 Jahren in Portals Nous auf Mallorca gestorben.