
Die "Route der Industriekultur", ein Projekt des Kommunalverbandes Ruhrgebiet (KVR), verbindet einmalige bauliche und technische Denkmäler des Industriezeitalters im Ruhrgebiet. Das Kernnetz besteht aus derzeit 25 Ankerpunkten, die die industriekulturellen Highlights der Region darstellen. Von den Ankerpunkten zweigen 25 verschiedene Themenrouten zu weiteren technik- und industriegeschichtlich interessanten Standorten ab.
Chemiepark Marl - Chemiebaukasten der Superlative
Seit Mai 1999 führt die Route der Industriekultur durch den Chemiepark Marl. Der Standort ist eines der wenigen Touristenziele der Route, an denen "lebendige" Industriekultur und aktiver Strukturwandel deutlich werden. Die "Chemische Werke Hüls GmbH" wurden 1938 in Marl gegründet. Mitten auf der "grünen Wiese", aber nahe am wichtigen Energieträger Kohle, wurde hier die Produktion eines Schlüsselwerkstoffes der Neuzeit aufgenommen: des synthetischen Kautschuks Buna. Bereits 1940 wurden 18.000 Tonnen produziert. Wie wichtig dieses Produkt für die Kriegsindustrie war, belegen die zahlreichen Luftangriffe der Alliierten, die ab 1943 die Produktion fast zum Erliegen brachten.
Nach Produktionsverboten und Demontagen entwickelt sich das Werk im "Wirtschaftswunder" mit neuen Produkten (z.B. Kunststoffen, Tensiden) und nach der Entflechtung mit wechselnden Besitzverhältnissen unter der Federführung der VEBA AG zu einem Unternehmen mit Weltgeltung und internationalen Kontakten.
Nach diversen Umstrukturierungen in den 90er Jahren ist der Standort heute ein Chemiepark mit ca. 28 verschiedenen Unternehmen, wobei ein Großteil der ca. 10.000 Mitarbeiter bei der Degussa AG sowie deren Tochterunternehmen beschäftigt ist.
Das Informationscentrum am Feierabendhaus präsentiert eine Dauerausstellung zu Geschichte, Gegenwart und Perspektiven des Chemie-Standortes. Als besonderer Besucherservice wird eine zweistündige Führung durch die Ausstellung sowie den Chemiepark per Bus angeboten. Vorbei an der imposanten Kulisse der chemischen Anlagen führt die Tour den Besucher bis zum 50 m hohen Laborhochhaus. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die gigantischen Werksanlagen, das Ruhrgebiet und das Münsterland.
Der Eintritt zur Dauerausstellung ist frei, die Werksbesichtigung kostet 2,60 Euro pro Person.
Chemiepark Marl
Infracor GmbH
Informations-Centrum
Lipper Weg
45764 Marl
Tel.: 02365 / 49-9436
Fax: 02365 / 49-7375
Email: klaus.feldmann@infracor.de
Internet: www.infracor.de
Öffnungszeiten (Eintritt frei):
Di - So von 10 - 18 Uhr
Werksführung (Dauer ca. 1,5 Stunden) per Bus - Abfahrt vor dem IC (Gebühr 2,60 ˆ)
von April bis Oktober
Di und DO um 11 Uhr sowie
SA und SO um 11 und 15 Uhr
von November bis März
DI, SA, SO um 11 Uhr
Öffnungszeiten im Winter (ab 01. November):
Während das Informations-Centrum am Lipper Weg 235 auch weiterhin täglich (außer montags) zwischen zehn und 18 Uhr für die Ruhrgebiets-Touristiker geöffnet bleibt, werden die Busrundfahrten durch den Chemiepark zum Preis von 2,60 Euro bis April nur noch dienstags, samstags und sonntags stattfinden. Beginn der Führung am IC ist jeweils um 11 Uhr.
Anmeldung für Gruppen
Infracor GmbH
PR & KOM
Gebäude 139 / 03
Paul-Baumann-Str. 1
45764 Marl
Tel. 02365 / 49-9436
Fax. 02365 / 49-7375
Email: klaus.feldmann@infracor.de
Internet: www.infracor.de