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Klimafreundlich mobil - das neue Mobilitätskonzept

„Klimafreundlich mobil“ – so heißt das neue Mobilitätskonzept, das die Stadt Marl derzeit zusammen mit drei Fachbüros (StadtVerkehr aus Hilden, STADTKinder aus Dortmund und Grasy + Zanolli aus Bergisch-Gladbach) erarbeitet.

Ziel des Konzeptes ist die langfristige Koordinierung der Verkehrsplanungen in Marl. Neben einem Lärmaktionsplan und dem Programm „Mehr Freiraum für Kinder“ sind beispielsweise die Analyse des Verkehrsnetzes, Verkehrszählungen, Datenerhebungen, der Aufbau eines Verkehrsmodells und die Erstellung einer Energie- und CO2-Bilanz Bestandteile des Konzepts. Die Untersuchung soll Ende 2018 fertig gestellt sein.

Die Auftaktveranstaltung hat am 5. September 2017 im Rathaus stattgefunden.

Grundlagen

Was ist ein Mobilitätskonzept?
Ein Mobilitätskonzept ist ein Rahmenplan der Verkehrsentwicklung und soll dafür sorgen, dass die zukünftigen Verkehre der Stadt verträglich und nachhaltig abgewickelt werden. Basierend auf einer Bestandsanalyse werden eine Leitlinie der Entwicklung des Verkehrs bis zum Jahr 2035 festgelegt und Maßnahmen zur Umsetzung der verkehrlichen Ziele vorgeschlagen. Das Leitbild wird im Vorfeld zwischen der Verwaltung, Industrie und Handel, Verbänden und Politik der Stadt Marl entwickelt und abgestimmt. Vergleichbar ist das zu erstellende Konzept mit den Inhalten eines Verkehrsentwicklungsplans, wird jedoch um einige Punkte ergänzt, insbesondere um den Aspekt des Klimaschutzes und der Lärmminderung. In diesen Themenfeldern besitzt der Verkehrssektor eine besondere Bedeutung, nicht zuletzt auf Grund der Tatsache, dass etwa ein Viertel der CO2-Emissionen im Stadtgebiet in eben diesem Bereich entstehen. Integrale Bestandteile des Konzeptes sind eine Lärmkartierung und Lärmaktionsplanung, die aktuelle verkehrliche Gegebenheiten und Entwicklungen bis in das Jahr 2035 auf Grundlage der Modellierung zukünftiger Verkehre, berücksichtigen.

Zielsetzung
Das Mobilitätskonzept dient als strategischer Handlungsleitfaden und Entscheidungsgrundlage für die Umsetzung der entwickelten Maßnahmen im Verkehrsbereich sowie der langfristigen Koordinierung der verkehrsrelevanten Planungen. Ergebnisse sollen verschiedene Strategien und Maßnahmen sein, die insbesondere eine Förderung der Nahmobilität und des Umweltverbundes sowie die Einsparung von Emissionen und Energieverbräuchen vorsehen. Betrachtet werden demnach ausdrücklich alle Verkehrsarten, von Fuß- und Radverkehr, über den Motorisierten Individualverkehr, den ÖPNV bis hin zu Wirtschafts- und Gewerbeverkehren.

Datengrundlage
Im Rahmen des Mobilitätskonzeptes werden verschiedene verkehrsrelevante Daten erhoben. Dazu gehören Ermittlungen der Straßennetzbelastungen und die Erfassung der Mobilität der Bewohner. Bei der Aufstellung des Mobilitätskonzeptes sind vielfältige Vorgaben und Ziele der unterschiedlichen Fachplanungen zu beachten und zu integrieren. Die folgenden Planungen und Konzepte werden Berücksichtigung finden:

  • BYPAD-Audit (2017)
  • Fußgängercheck Fuss e.V. (2017)
  • Mehr Freiraum für Kinder - ein Gewinn für alle (2017)
  • Nahverkehrsplan Kreis Recklinghausen (2017)
  • Integriertes Stadtentwicklungskonzept (2016)
  • Klimaschutzmaßnahmenplan (2016)
  • Vorhandene Verkehrsgutachten gate.ruhr – ehem. Bergwerk AV 3/7 (2015 u. 2017), Goodman Deutschland GmbH – Logistik Metro – Chemiepark Marl (2016)
  • Bundeseinheitliche Verkehrszählung (2015)
  • Handlungskonzept Stadtmitte (2015)
  • Integriertes Klimaschutzkonzept (2014)
  • Vorbehaltsnetz der verkehrswichtigen Radwege (2014)
  • Straßenvorbehaltsnetz der verkehrswichtigen Straßen (2010)
  • Verkehrsentwicklungsplan (1993)
  • Flächennutzungsplan (1981)

Beteiligung
Ein Schwerpunkt der Projektbearbeitung liegt in der Beteiligung unterschiedlicher Akteure und auch aller interessierten Bürger der Stadt. Die frühzeitige und kontinuierliche Partizipation soll für die Themen sensibilisieren. Bei der Auftaktveranstaltung und weiteren Beteiligungsverfahren sind die Wünsche und Anregungen aufgenommen worden und werden in die Entwicklung von Maßnahmen und Handlungsfeldern einfließen. Neben der Untersuchung der Nahmobilität für Kinder und Jugendliche, im Zuge derer Befragungen an Schulen und Vor-Ort-Begehungen mit Schülern, die sogenannten „Streifzüge“, durchgeführt wurden, hatten die Bürger die Möglichkeit über die INKA-Online-Beteiligung das Projektteam auf verkehrsrelevante Aspekte Ihrer Stadt aufmerksam zu machen. Darüber hinaus wurde die Mobilität der Marler in einer repräsentativen Haushaltsbefragung abgefragt.

Bearbeitung
Der Bearbeitungsprozess des Mobilitätskonzepts gliedert sich bis zur Fertigstellung des endgültigen Berichts in unterschiedliche Arbeitsphasen:

  • Bestandsanalyse: Wie sieht die aktuelle verkehrliche Situation aus?
    Die Bestandsanalyse besteht aus Sichtung und Bewertung der bereits vorhandenen Verkehrsdaten und der eigenen Erhebungen. Die Arbeitsphase ist nun abgeschlossen, die Ergebnisse der durchgeführten Bestandserfassungen liegen hier vor. Zu den eigens durchgeführten Erhebungen zählen die Haushaltsbefragung zur Mobilität, die einen Überblick über die Art und Weise gibt, wie die Marler sich wohin, zu welchem Zweck und mit welchem Verkehrsmittel fortbewegen. Die Ergebnisse der INKA-Online-Beteiligung können ebenso eingesehen werden wie die Dokumentation der Begehungen mit den Schülern einiger Marler Schulen, die sogenannten „Streifzüge“.
  • Leitbild- und Zieldefinition
    Für eine gemeinsame Vorgehensweise bei der Erstellung eines VEP ist die Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes, welches von den beteiligten Akteuren mitgetragen wird, erforderlich. Das Formulieren eines Leitbilds und messbarer Verkehrsziele ist Grundlage für die spätere Detailplanung im Zuge der Zusammenstellung von Handlungsfeldern und verkehrlichen Maßnahmen
  • Verkehrsprognose: Entwicklung zukünftiger Verkehre
    Das Mobilitätskonzept soll Möglichkeiten zur Gestaltung der verkehrlichen Entwicklung aufzeigen. Grundlage ist die Darstellung der Verkehre für das Prognosejahr 2035 und der Vergleich zur aktuellen Situation.  Wichtige Parameter zur Prognostizierung der zukünftigen Verkehre sind Entwicklungen der Einwohnerzahlen, der Arbeitsplätze, des Gewerbes, Motorisierung, Verkehrsmittelangebot und –wahl und die Demographie. Auf Grundlage dieser „Nullprognose“ werden mögliche verkehrliche Maßnahmen und ihre Auswirkungen berechnet.
  • Handlungsfelder und Maßnahmen
    Aufbauend auf der Stärken- und Schwächen-Analyse der Bestandsanalyse und der Prognoseberechnungen werden für die einzelnen Verkehrsträger Themenbereiche/Handlungsfelder entwickelt, aus welchen dann konkrete Maßnahmen abgeleitet werden, die nach Verkehrsnutzen und Umsetzbarkeit bewertet werden. Anschließend folgt eine Priorisierung der Maßnahmen innerhalb von Maßnahmenbündeln im Rahmen eines Umsetzungskonzeptes.

Beteiligung

 

Gefördert vom

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages